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Neues aus dem Tierreich

Depressive Insekten

© Ulrich Velten / PIXELIODepressionen und Lebensmüdigkeit sind nicht allein uns Menschen vorbehalten, sie kommen auch im Tierreich vor, besonders bei Insekten.

Viele Insekten finden ihr Dasein heutzutage so trist und sinnlos, dass sie nur noch niedergeschlagen in der Ecke kauern, anstatt entschlossen ihren Aufgaben nachzugehen. Diese Passivität wiederum verstärkt das Gefühl der Sinnlosigkeit der eigenen Existenz. Ein Teufelskreis. Nicht wenige Insekten werden so ihrer Existenz überdrüssig und spielen mit dem Gedanken an Selbstmord.

Fluginsekten wählen, wenn sie sich erst einmal für den Freitod entschieden haben, bevorzugt die Autobahn. Lebensmüde lungern sie in Scharen am Rande des Asphalts und warten auf einen günstigen Moment.

Dann werfen sie sich todesmutig im Sturzflug vor die vorbeirasenden Fahrzeuge: Pfft macht es dann kurz – und wieder tritt ein, an seiner Existenz verzweifeltes Wesen vor seinen Schöpfer. Da die Insekten Schwarmtiere sind, kommt es auf diese Weise zu wahren Massenselbstmorden.

Kamikazeinsekten | © Sergej23 / PIXELIO

Doch die Autobahn ist nicht die einzige Methode, die die Insekten als letzten Ausweg wählen. Als ich neulich von einem Wochenendtrip zurückkehrte, musste ich entsetzt feststellen, dass der Suizid auch in meiner Wohnung Einzug gehalten hatte: Während meiner Abwesenheit hatten sich in einem halbvollen Glas Cola gleich fünf weitere Kreaturen das Leben genommen: Zwei Fruchtfliegen, eine Stubenfliege, eine Mücke und eine Ameise.

Auch die Spinne in meinem Wohnzimmer, die schon seit Wochen völlig antriebslos kopfüber in ihrem zerlumpten Netz von der Decke hing, machte mir keinen guten Eindruck. Ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch sie den Todessprung wagt…

Und was unternehmen wir Menschen gegen dieses andauernde Leid? Nichts! Wir haben uns einfach damit abgefunden und schweigen das Tabuthema Depression lieber weiterhin tot. Im Gegenteil unterstützen wir die armen Tierchen sogar häufig noch in ihrem schrecklichen Vorhaben.

So stellen manche zur Euthanasie kleine Gift- und Gaskammern zuhause auf, damit die verzweifelten Geschöpfe sich darin den Garaus machen können. Andere leisten aktive Sterbehilfe und unterstützen die kleinen Racker auf ihrem Weg vom Diesseits ins Jenseits mit einer Zeitung oder Fliegenklatsche. Einige Restaurants pflegen gar eine besonders barbarische Tradition der Sterbehilfe und hängen im Sommer kleine elektrische Stühle an ihre Fassaden!

© Thomas Max Müller / PIXELIOUnd noch nicht einmal die Kirchen erheben ihr Wort angesichts dieser mangelnden Demut vor der Schöpfung. Und das, obwohl viele der Insekten gläubig zu sein scheinen und der christlichen Leidensethik huldigen: Zur Selbstkasteiung setzen sie sich anstatt auf eine schöne Blume lieber auf tote Tiere und Scheiße. Kein Wunder, dass es denen schlecht geht!

Meiner Meinung nach sollten wir die armen Wesen unterstützen, anstatt ihre Selbstmorde auch noch zu unterstützen! Viel kann man da als Einzelner vermutlich nicht ausrichten, aber eine Idee ist mir zumindest gekommen:

Ich kaufe mir gleich morgen einen Vaporisator, so dass ich einen Teil meiner monatlichen Psychopharmaka-Ration am Rande der Autobahn versprühen kann. Vielleicht hilft’s ja wenigstens ein bisschen.

© 2011 Slamek Oswalek – Depressive Insekten

Fotos: © Ulrich Velten | © Sergej23 | © Thomas Max Müller / PIXELIO

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12 Kommentare zu Depressive Insekten

  • Schröder

    “Dann werfen sie sich todesmutig im Sturzflug vor die vorbeirasenden Fahrzeuge…”

    Nein, Mr. Oswalek, Selbstmörder sind NICHT todesmutig…

    “Andere leisten aktive Sterbehilfe und unterstützen die kleinen Racker auf ihrem Weg vom Diesseits ins Jenseits…”

    Die kleinen Racker? sind hier sprachlich ein Griff ins Klo.

    “Und das, obwohl sogar viele Insekten gläubig sind und der christlichen Leidensethik huldigen: Zur Selbstkasteiung setzen sie sich anstatt auf eine schöne Blume lieber auf tote Tiere und Scheiße.”

    Wie bitte???

    Man hätte ja aus dem Thema schon was machen können… allein, es fehlen Sinn und Anliegen…

  • Angelika

    Schöne Geschichte!Erinnert mich irgendwie an meine letzten Tage,als meine Enkelin mit 3 Jahren Angst vor Bienen gehabt hat und ich sie dann in den Garten mitgenommen habe. Íhr dann gezeigt habe, wie fleissig die Bienen für den Honig sammeln,von da an hatte sie nicht mehr so Angst und freut sich,wenn sie von mir einen Löffel Bienenhonig,natürlich vom örtlichen Imker bekommt!:)

    • Analsonde

      Du findest, das ist eine SCHÖNE GESCHICHTE? :shock:
      Und das Thema Depression und Selbstmord erinnert dich an deine Enkelin? Wow!

      • Der Josy

        In Australien gibt es das traurige Volk der RIESENBIENEN. Die Männchen sind so geil, dass sie sich im Kampf um die Weibchen gegenseitig niedermetzeln, bis keiner mehr übrig ist. Die Begattung findet während der Schlacht statt. Leider gelingt es den Männchen meist auch, sämtliche Weibchen zu töten, die sie im geilen Blutrausch nicht von den Männchen unterscheiden können. Oft sterben die Männchen, weil sie sich wechselseitig totficken. (Im Grunde haben die Biologen noch nicht heraus gefunden, wie es diesen Bienen als Spezies überhaupt gelingt, zu überleben).

        Jedenfalls, das ist wirklich deprimierend!

  • Gunther

    “Auch die Spinne in meinem Wohnzimmer, die schon seit Wochen völlig antriebslos kopfüber in ihrem zerlumpten Netz von der Decke hing, machte mir keinen guten Eindruck. Ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch sie den Todessprung wagt…”

    Ganz schön makaber der Text :mrgreen:

  • frowlein

    Ich bin mir nicht sicher, was jetzt witziger ist:
    Der Beitrag oder die Kommentare dazu… :roll:

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