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Moderne Extremitäten Trends

Der Fuß ist das Ziel

© S. Hofschlaeger / PIXELIO / www.pixelio.deDer Mensch als solches kommt in recht umfangreichen Variationen vor. Es gibt ihn in ganz unterschiedlichen Größen, Formen und Farben. Nur der Hund ist noch vielfältiger in seinen Erscheinungsformen, z. B. in schlappohrigen, was beim Menschen bislang meines Wissens nicht vorkommt.

Trotz aller Vielfältigkeit sind einige Sachen bei allen Menschen gleich. So befinden sich an allen Menschen unten dran Füße. Es sei denn, der Mensch bewohnt irgendeine zivilisationsferne Gegend, welche bislang zwar in den Genuss westlicher High-Tech-Minen gekommen ist, die Segnungen der Präimplantationstechnik jedoch noch entbehren muss. Dann kann es schon mal vorkommen, dass die dort ansässigen Menschen ohne Füße durch ihr zivilisationsfernes Leben gehen müssen.

Aber das ist weit weg und geht uns nichts an. In unseren zivilisationsnahen Gefilden verfügt der Mensch für gewöhnlich über Füße. Und wie für alles in zivilisationsnahen Gefilden gibt es auch für Füße einen Markt. Einen Drogeriemarkt beispielsweise.

Bei meinem letzten Besuch im Drogeriemarkt jedenfalls konnte ich beobachten, dass sich die Abteilung für Fußpflegeprodukte pestilenzartiger ausgebreitet hatte als ein Darmkeim im Gurkenfeld. Gab es früher einmal nur drei schamhaft im untersten Regal versteckte Körbchen für Schrundensalbe, Hühneraugenpflaster und Hirschhorntalgcreme, so hatte sich das Angebot eruptiv wie ein japanischer Atomreaktor über die umliegenden Sonderverkaufsregale verteilt. Stolz und selbstbewusst heraus getreten aus dem ewigen Schattendasein zwischen Fußpilz und Hornhaut prunkte der Fußpflegesektor mit sommerlichen Sondereditionen voller Minze und Limette. Der Nylonstrumpf kann endlich in der Nachkriegs-Nostalgie versinken, in welche er mit Fug und Recht gehört, denn die moderne Frau sprüht sich längst einen hauchfeinen Film aus Seidenpartikeln auf die unteren Extremitäten. Und auch Blasen muss sich der nicht laufen, der sich vor dem Einkleiden in scheuerndes Schuhwerk mit kleinen Anti-Blasen-Sticks oder Tübchen-Gels entsprechend präpariert.

Selbst der Selbstverkrüppelung der orthopädisch fragwürdig daher kommenden Dame auf viel zu hohen Absätzen kann Einhalt geboten werden, indem die Dame kleine Gelbremskissen in ihre vorne zu spitzen und hinten zu hohen Schuhe tut, die dann verhindern, dass die Damenzehen immerzu nach vorne rutschen, wo ja wenig Platz ist zur Entfaltung.

© Rosie Fischer / PIXELIO / www.pixelio.deNeben all diesen lebensnotwendigen Errungenschaften, welche den Erwerb der wahnwitzigsten Designer-Pumps ohne leiblichen Schaden ermöglichen, gibt es auch verspielte Produkte wie Schimmer-Gel und Fußbutter. Letztere könnte sich durchaus als Rettung der von Übergewicht und Diabetes bedrohten westlichen Gesellschaft erweisen. Es dürfte doch gewiss ein leichtes sein, unsere verfetteten Sprößlinge von Nutella zu leckerer Fußbutter umzukonditionieren. Der Fuß hat ja bekanntermaßen doch recht wenig Kalorien. Wenn wir die kleinen Rotzlöffel fortan immer fleißig mit Fußbutter füttern, können die vielleicht doch noch unsere Renten bezahlen, anstatt mit Mitte Dreißig schon herzkrank und asthmatisch ins Gras zu beißen.

Ungleich mysteriöser hingegen will mir Sinn und Zweck des Schimmer-Gels erscheinen. Warum sollen Füße schimmern? Will man damit Glühwürmchen herbei locken? Wenn ja, wozu? Wie könnte es dem menschlichen Weiterkommen dienlich sein, dabei mit Glühwürmchen behaftet zu sein? Das scheint mir wenig hilfreich und das Produkt nicht recht durchdacht.

Viel sinnvoller fände ich ein Fuß-Leucht-Gel. Aus Plutonium oder so. Uran wäre auch schön. Ich bin ja ein großer Fan von Uranglasvasen. Die leuchten ganz toll grünlich, das ist schon ein Naturschauspiel. Man könnte sich doch Urangel auf die Füße schmieren. Den Weg erhellen, welchen man zu gehen hat. Man sähe jeden seiner Schritte und käme nicht so rasch ins Straucheln.

Und wenn man schon mal dabei ist, dann könnte man doch auch gleich anstelle des Seidenpartikel-Sprays ein nützliches Stahlpartikel-Spray kreieren. Damit würde sich niemand mehr die Zehen stoßen. Anschließend würde man das Stahlpartikel-Spray dann in die zivilisationsfernen Gegenden exportieren. Die Menschen in den zivilisationsfernen Gegenden könnten unbeschwert in der verminten Gegend einher stiefeln, ohne dass ihnen gleich immer auf Schritt und Tritt die Füße abgerissen würden.

Und wenn die erstmal alle Füße hätten so wie unsereins, dann könnten die sich endlich auch Designer-Pumps kaufen, für die sie dann Gelbremskissen und Anti-Blasen-Sticks benötigen würden. Und Schimmer-Gels in der sommerlichen Sonderedition mit Minze und Limette, denn wer schon Gelbremskissen kauft, der kauft auch so einen Scheiß. Ganz neue Märkte würden sich ganz von selbst erschließen und unsere Außenhandelsbilanz dem Finanzminister Tränen der Rührung und der Dankbarkeit entlocken.

Ja, und Glühwürmchen hätten die dann auch und könnten sich Gedanken darüber machen, wieso um alles in der Welt sie sich das Schimmer-Gel gekauft haben.

© 2011 Bianka Tewes – Der Fuß ist das Ziel

Fotos: © S. Hofschlaeger | © Rosie Fischer / PIXELIO

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6 Kommentare zu Der Fuß ist das Ziel

  • H3O

    Kranker Text mit den Minen und so! Warum machst du dich nicht über was anständiges Lustig??

  • Bianka

    Warum um alles in der Welt sollte ich mich über Dinge lustig machen, die ANSTÄNDIG sind? Das würde dem Sinn und Zweck des satirischen Schaffens doch vollkommen zuwider laufen! Nein, dieses Ansinnen muss ich leider abschlägig bescheiden.

  • stinkmichel

    Gerade das mit den Minen fand ich lustig. Für H3O und so gibts ja noch Kinderbücher und die Sesamstraße. :mrgreen:

  • Kalle Wumpe

    “Gab es früher einmal nur drei schamhaft im untersten Regal versteckte Körbchen für Schrundensalbe, Hühneraugenpflaster und Hirschhorntalgcreme, so hatte sich das Angebot eruptiv wie ein japanischer Atomreaktor über die umliegenden Sonderverkaufsregale verteilt.”

    Wat is ´n det für´n Zungenzerbrechen! Kann et auch sein, det die Verfasserin intellijent wirken will?
    Also Madam sowieso: Fuß-Leucht-Gel am besten int Jesichte schmiern, det im Dunkeln keen Radfahra aneckt.

    Für heute noch anjenehmet Flohbeißen!

    Kalle Wumpe, Berlin-Rummelsburg.

  • Anonymous

    Wat is ´n det für´n Zungenzerbrechen! Kann et auch sein, det die Verfasserin intellijent wirken will? –

    Naja, könnt auch sein, dass du ein wenig zu doof bist für den Satz…

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