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Jede Wahrheit braucht einen Doofen der wo sie ausspricht

Die Wahrheit über kriminelle Ausländer

Die Wahrheit über kriminelle AusländerLiebes Tagebuch! Im Januar stand es wieder in der Bildzeitung: Die Wahrheit über kriminelle Ausländer! Artikel hab ich nicht gelesen, muss man ja auch nicht, steht ja schon alles in der Überschrift, in Wahrheit sind Ausländer kriminell. Gut fand ich auch, dass man jetzt wieder Ausländer sagt und nicht Bürger mit Migrantenhintergrund. Aber das nur am Rande, denn am selben Tag hab ich gleich drei kriminelle Ausländer gefangen. Ganz alleine!

Muss man sich mal vorstellen! Sitz ich um halb zwölf am Küchentisch und hab noch nicht mal mein Frühstückspils getrunken, geht das draußen schon los mit der Randale.

Guck ich so aus dem Fenster, seh ich da drei so kriminelle Ausländer ankommen. Die sahen schon so verdächtig aus, wie aus den Nachrichten, wenn die von CNN aus den Trainingscamps von El Kaida live berichten. Jetzt hatten die keine Kalashnikovs, aber sonst sahen die ganz genauso aus, so mit diesen Kaftans, und einer hatte so ein Palästinatuch um den Kopp. Der andere hatte eine Burger-King-Pappkrone auf, um sich westlich-kapitalistisch zu tarnen, aber das hab ich gleich durchschaut. Und der dritte hatte sich sogar das Gesicht schwarz gemacht, da hab ich gleich gewusst, oha, da sind sie, die kriminellen Ausländer!

Die waren auch so höchstens zehn, also so jugendliche U-Bahn-Randalierer. Die passten genau ins Bild, und dann fingen die auch an rumzugrölen und bei den Nachbarn die Wände zu beschmieren. Hab ich erstmal mein Mettendchen wieder weggelegt und mich vorbereitet. Wenn die glauben, die können hier bei uns im Haus auch Terror und Gewalt verbreiten, dann sind die bei mir aber an der richtigen Adresse, hab ich mir gesagt. Und dann waren die auch schon im Hausflur, weil die doofe Trude von oben denen gleich die Tür aufgedrückt hat.

Wie oft hab ich schon zu Trude gesagt, Trude, drück nicht jedem gleich die Tür auf, der bei dir klingelt, guck erst, wer da vor der Tür steht, weil Trude hat jetzt auch schon acht Staubsauger, vierzehn Zeitschriftenabos und drei Flatrate-Verträge bei Arcor, dabei hat die nicht mal Internet, ist ja auch schon über neunzig. Ich also wie gesagt zu Trudes Rettung ausgerückt, dass die nicht noch von jugendlichen Gewalttätern eins auf die Rübe kriegt.

Die kleinen Osamas schon fleißig im Hausflur am Parolen grölen, irgendwas mit Sternen und Bethlehem oder so, ja Hamas oder was? Und Trude kommt auch prompt mit ihrem Portmonee die Treppe runtergetattert und will denen Schutzgeld geben, den Scheiß-Bratzen! Ich sofort dazwischen und dem ersten Kameltreiber eine ordentliche Ladung Pfefferspray verpasst, dass die Pappkrone flog, und dann den mit dem Palästina-Tuch mit dem Buzzer zum Tanzen gebracht. Der Schwatte ist mir erst entwischt, aber ich hab ja schließlich auch nur zwei Hände. Dachte wohl, er kann schneller rennen als sonne weihnachtlich-marzipanbrotaufgeschwemmte olle Schabracke. Hat er ja auch recht. Aber wenn er dachte, er könnte schneller rennen als der Opel Kadett von ‘ner weihnachtlich-marzipanbrotaufgeschwemmten ollen Schabracke fahren kann, dann war er wohl schief gewickelt.

Hat seinen Denkfehler aber eingesehen, als ich ihn im Kreisverkehr mit dem Kühlergrill an den Stamm gequetscht hab, als er versucht hat, die Weihnachtstanne hochzuklettern. Dem hab ich’s echt gezeigt! Ich den so mit dem Abschleppseil hinten an den Kadett gebunden und erst mal drei Runden durch den Kreisverkehr gedreht. War voll lustig! Die Nachbarn kamen alle angerannt und haben applaudiert und gejubelt, sogar der Pfarrer kam hinter mir hergesprungen und war mich die ganze Zeit am Segnen, weil endlich mal einer was tut gegen den Ausländerterror.

Ich dann also nochmal richtig Vollgas gegeben und mit dem Rotzblag am Haken ab nach Hause. Da hab ich den dann losgebunden und ins Wohnzimmer geschleift zu den andern beiden, und dann hab ich denen die kleinen Klaufinger mit Kabelbindern auf den Rücken gefesselt und die Polizei angerufen, damit die die gleich ins nächste Erziehungscamp verklappen können. Jetzt sitz ich also hier, trink mir mein wohl verdientes Frühstückspils und tret ab und zu mal einem kleinen Kameltreiber in die Fresse, wenn der rumjault. Das hätten die sich früher überlegen sollen. Ich jedenfalls bin mächtig stolz auf mich. Bis später, liebes Tagebuch.

© 2011 Bianka Tewes – Die Wahrheit über kriminelle Ausländer!

Foto: Public Domain

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