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Ein Gott gibt auf {1}

Gott | Photo: Public DomainDer junge Gott Anarchos schlief ruhigen Gewissens, als mitten in der Nacht das Telefon schrillte.
Nun, eigentlich gibt es für Götter keine Nacht in dem Sinn wie für andere Leute, aber sie tun so, als ob es eine gäbe, um auch mal zwischendrin nichts hören und sehen zu müssen. Durch ihre Träume entstehen übrigens phantastische, reale Welten (die allerdings den Nachteil haben, nicht zu existieren).

“Anarchos, bist du wach!?”, sagte die Stimme am anderen Ende. Es war Phobus.

“Jetzt bin ich es, zum Glück”, sagte Anarchos.
“Anarchos, etwas Schreckliches ist passiert! In drei Stunden tagt der HIMMLISCHE RAT, und du musst dabei sein! Eine Notstandssitzung – die erste Notstandssitzung seit (er rechnete kurz nach)… über 291.963 Ewigkeiten!”
Das bedeutete Ärger – etwas, das Anarchos kaum noch kannte. Seit rund siebenundfünfzigtausend Jahren lief es bei ihm jetzt so gut, dass und vermutlich auch weil er von Phobus nichts mehr gehört hatte.

Anarchos verwaltete einen kleinen Planeten im Chaos-System namens Paridaes, und die Kreaturen dort taten sich rund um die Uhr ausschließlich Gutes und beschenkten und liebten sich, wo und wann es nur ging. Die schwerste kriminelle Handlung auf Paridaes hatte sich vor einhundertzweiundvierzig Jahren zugetragen, als ein junger Mann in der Trambahn geistesabwesend vergessen hatte, einer älteren Dame ein Hustenbonbon anzubieten.

Es gab auf Paridaes weder Gesetze noch Personal, das für die Kontrolle der Einhaltung von Gesetzen zuständig war, weil die Bewohner dort herausgefunden hatten: Behandle den anderen, wie du behandelt werden möchtest bedeutet: Wenn und weil es alle so machen, kommt keiner je zu kurz. Anstelle von andauernd-stressigem Konkurrenzkampf widmeten sie ihre Zeit lieber hemmungslosem Sex von früh bis spät.

“Was zur Hölle ist passiert?”, fragte Anarchos.
Die grausamste Vorstellung von Hölle war für Anarchos übrigens, sich Gebote und Regeln ausdenken zu müssen. (Die zweitgrausamste bezieht sich auf Volksmusiksendungen und Frauen wie Caroline Reiber).
“Es gibt eine schwere Krise”, sagte Phobus. “Und du musst erscheinen!”
“Ja-ja, Phobus”, sagte Anarchos. “Was genau also um die Uhrzeit?”
Jehova hat hingeschmissen!”, sagte Phobus.
“Jehova? Er hat hingeschmissen?”, fragte Anarchos. Jetzt war er wach. Und es kam ziemlich dick:
“Er hat dich dem Himmlischen Rat als Nachfolger vorgeschlagen”, sagte Phobus.
“Was?!”, sagte Anarchos. “Verdammt! Ausgerechnet Jehova! Der mit diesem psychedelischen Planeten! Wie heißt denn der gleich noch mal … Aquarium? Solarium?”, fragte Anarchos.
“Nein; die Sonne heißt Sol und der Planet heißt Die Erde”, sagte Phobus.
“Die Erde, genau … Jehova – Jehova”, überlegte Anarchos. “Das ist doch dieser Typ, der ab der Jesus Christus-Geschichte immer depressiver geworden ist, oder? War es nicht so: Er hatte geglaubt, sich was besonders Gutes ausgedacht zu haben für seinen Planeten … und dann…?”
“Ja”, sagte Phobus. “Früher war er nur depressiv, aber jetzt ist er nervlich völlig kaputt. Panikattacken und so. Gestern hat er versucht, auf einem Engel Beethovens Fünfte Sinfonie zu spielen. Mit einem Friedhofsspaten… Ta-ta-ta-taaa – du solltest den Engel jetzt mal sehen! So klopft das Schicksal an der Tür – oder ein Spaten an deinen Kopf! Einzelheiten kenne ich keine, aber Jehova weigert sich kategorisch, jemals wieder auch nur das Geringste mit Der Erde zu tun zu haben. Wir werden in drei Stunden erfahren, warum. Bis gleich, Anarchos.”
“Bis gleich, Phobus”, sagte Anarchos und kippte nach hinten aufs Bett.

Wenig später begann, begleitet von heller Aufregung, die erste Notstandssitzung des Himmlischen Rats seit dem Urknall…

Zu Teil 2

© 2010 Robert Reitz – Ein Gott gibt auf {1}

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Ein Gott gibt auf {1}, 5.0 out of 5 based on 9 ratings

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4 Kommentare zu Ein Gott gibt auf {1}

  • Conny R.

    Na da darf man ja mal gespannt sein, warum Gott da nicht mehr weiter weiß! Wann kommt denn der 2. Teil? Conny

  • MESSIAS GÜNTER WOHLMUTH

    SPRUCH DES HERRN:

    Der 2. Teil beginnt am 16. Juli 2011 und endet am 28. Oktober 2011 (= 7. POSAUNENGERICHT = JÜNGSTES GERICHT)! Für Bombenstimmung ist bestens gesorgt …

    ICH, DER HERR, HABE GESPROCHEN.

  • Dante

    Dumpfbacken und Telefone gibt es nur in Alpträumen. Ich hoffe Anarchos bemerkt sein Missgeschick, bevor die Geschichte endet. Andernfalls wäre sie ja genau so doof, wie die Bewohner der Welt von der sie handelt.

  • C.

    Es ist wirklich schade, dass es nichts Neues mehr gibt hier. Oder kommt doch noch was?

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