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Letzter Teil der großen Götter-Saga

Ein Gott gibt auf {4}

Gott | Photo: Public DomainZwanzig Jahre später. Die Vorsitzende erhob sich.
“Anarchos, zunächst gratulieren wir dir zu deinem umfassenden Erfolg. Es ist ja ganz erstaunlich, dass nach nur so kurzer Zeit fast neunzig Prozent aller Feindseligkeiten auf Der Erde aufgehört haben. Friede auf Erden! Wie hast du das erreicht? Ich bin … wir sind … überwältigt!” Sie lächelte ihn strahlend an.

Er erhob sich.
“Meine Damen und Herren, HIMMLISCHER RAT!

Meine erste Idee war, es nicht über Gebote, sondern über Erfahrung zu versuchen. Allerdings schien sich Die Erde auszuzeichnen darin, aus Misserfolgen nicht zu lernen. Als Beispiel hierfür sind die Israeli und Palästinenser zu nennen, die sich bei meinem Eintreffen seit etwa 3000 Jahren bekämpften mit der Strategie von Gewalt und Gegengewalt, während sie gleichzeitig um Frieden beteten. Gelinde ausgedrückt, das ist schon sehr hartnäckig. Seit vielen Jahren sprengten die Palästinenser irgendetwas in die Luft, meistens auch sich selber mit, worauf die Israeli militärisch zuschlugen, worauf die Palästinenser wieder etwas in die Luft sprengten, worauf die Israeli militärisch zuschlugen, und dann waren die Palästinenser wieder mit Sprengen dran, und dann wieder die Israeli und so weiter und so weiter. Seit 3000 Jahren ging der Krieg. Ich meine, jeder Angestellte oder Arbeiter, der mit einer bestimmten Methode einfach keinerlei Erfolg erzielt, wird irgendwann entlassen – nicht aber Politiker und Staatschefs auf dem Planeten Die Erde. Die dürfen meistens weitermachen solange sie wollen, egal wie erfolglos sie sind, egal, wieviel Elend sie verursachen, egal, wie viele Tote es gibt.

Panzer | Foto: © Ich / PIXELIOWie nur konnte ich etwas schaffen, woran unser verehrter Jehova Tausende von Jahren gescheitert war: Vernunft und Frieden auf Der Erde, – in zwanzig Jahren? Es war klar, dass es ohne einen kleinen Trick nicht gehen würde. Und dann kam mir die Idee!
Ich schleuste eine psychosoziale Droge in den Nahrungskreislauf des Planeten, die den Menschen dort die Wahnvorstellung suggerierte, dem Gegner etwas besonders Schlimmes anzutun – indem man ihm entgegen kommt!

Nach dem letzten Selbstmordattentat der Palästinenser, um beim vorhin erwähnten Beispiel zu bleiben, überließen ihnen die Israeli als Reaktion darauf … fruchtbare Siedlungsgebiete mit der Garantie auf einen eigenen palästinensischen Staat – und zwar aus purer Rache!

Die Palästinenser räumten daraufhin dem Staat Israel wütend Existenzrecht ein und inhaftierten alle radikalen antiisraelischen Terroristenführer, die sie kriegen konnten – was ebenfalls ein Racheakt war.
Und während alle Beteiligten weiterhin (der Droge sei Dank) überzeugt davon waren, eisenhart und gnadenlos zurückzuschlagen, wurden die Gewalttätigkeiten schleichend weniger und hörten plötzlich auf, ohne dass es gleich bemerkt wurde … am Ende gab es Verbrüderungsparties zwischen Arabern und Juden im ganzen Land.

Und so geschah es vom Nordpol bis zum Südpol … überall, wo es Konflikte gab: Trotz der allerorten auch weiterhin ausschlaggebenden Motivation, dem Gegner zu schaden, wo es ging, machten die Kontrahenten desto mehr Zugeständnisse, je erbitterter sie zuzuschlagen meinten! Lange Zeit über registrierten die Politiker zum Glück einfach nicht, dass es den Menschen immer besser und besser ging, und die Welt wurde schöner und schöner. Frieden ist keine Sache von Macht und Ordnung, sondern eine Sache des Herzens, meine Damen und Herren Götter! Ich bedanke mich!”
Applaus brandete auf und schien nicht verebben zu wollen.

Alle waren begeistert, außer Jehova, der nichts mehr davon mitbekam. Er nahm einen Schluck aus seiner Schnapsflasche und starrte auf den Bildschirm seines Gameboys. Dort stand:

GAME OVER
TRY AGAIN?
Y(es) N(o)

© 2011 Robert Reitz – Ein Gott gibt auf {4}

Foto Panzer: © Ich / PIXELIO

==> Zu Teil 1

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13 Kommentare zu Ein Gott gibt auf {4}

  • Berlinerin

    … nich wahr – oder?

    anarchos muß ganz einfach weiblich sein…

    jehova sollte dringend die droge wechseln … tequila wars wohl nicht
    vielleicht sollte er es mal mit dem gebräu aus großmutters kochtopf probieren :-) dat wirkt och … psychosozial

  • Fabius

    Das Like-Button Plugin waere toll. Oder habe ich es nicht gefunden?

  • Kati

    Dieser Text verkörpert mir ein zu negatives Gott- und Menschenbild. Warum schreibst du nicht mal was schönes?

    • Analsonde

      Ja, das finde ich auch!

      Schreib gefälligst mal was schönes! Z.B. über all die Menschen, die sich freiwillig für unsere Kinder engagieren. Wie – passend zum Text – die mit der Fürsorge betreuten Priester und Pastoren… Oder über die Lehrer, z.B. die von der Odenwaldschule. Im Odenwald soll es doch malerisch schön sein. Warum schreibst du nicht mal über sowas? Immer dieses Negativdenken hier!

      • CAT

        Immer wieder ein interessantes Ding. Texte decken schlimme/negative/geschmacklose Sachen/Zustände auf oder prangern diese an. Die Leut regen sich aber nicht über die schlimmen Zustände auf, sondern jammern lieber drüber, die Texte wäre negativ oder geschmacklos.

        Ganz nach dem Motto: Augen und Ohren zu und die Welt ist wieder schön! Nichts sehen, nichts hören, lieber DSDS gucken!

    • Schnuffi

      Wieso? Das Gottesbild ist doch in Ordnung. Eine heiße Göttin-Vorsitzende, die sich einen jungen Gott aussucht, der weiblichen Werten gegenüber aufgeschlossen ist, um die Welt zu befrieden. Dafür muss eben der veraltete Sack den Platz räumen ;-) ) !!!

  • Der Josy

    Was schönes?

    Da hab ich auch ein paar Ideen:
    Der Planet ist voller Liebe und Vernunft, vor allem in Libyen, das Universum ist romantisch, wir halten uns alle an den Händen und in Japan ist grad super Urlaubsstimmung!

    • CAT

      Satire, die was Schönes beschreibt, stell ich mir auch geil vor. Blumenwiesen, Sonnenuntergänge. Geil langweilig halt. Echt, Leutz, wenn ihr keine Ahnung habt, was Satire ist, einfach mal den Mund halten…

      (Außerdem “verkörpert” ein Text nichts, weil er keinen “Körper” hat).

  • Schröder

    “Ich schleuste eine psychosoziale Droge in den Nahrungskreislauf des Planeten, die den Menschen dort die Wahnvorstellung suggerierte, dem Gegner etwas besonders Schlimmes anzutun – indem man ihm entgegen kommt!”

    Wunderschön. Das enttarnt kräftig, sie Psychodroge bringt es ans Licht. Die meisten Menschen glauben ja, die da oben bemühen sich wirklich um Frieden… tun sie nicht! Arsch geleckt! Jedoch, weitergedacht müsste man fragen: Wollen die Menschen denn Frieden? Wollen sie die schöne Welt der Harmonie?

    • Merkel

      “Jedoch, weitergedacht müsste man fragen: Wollen die Menschen denn Frieden? Wollen sie die schöne Welt der Harmonie?”

      Weitergedacht müsste man wohl eher fragen, ob du den Text verstanden hast. Es geht schließlich genau darum, dass die Menschen die schöne Harmonie NICHT wollen. Oder warum kommt wohl die Psychodroge zum Einsatz?

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