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Geräusche in der Nacht

Tür Spion © Patrick / PIXELIO / www.pixelio.deEIN PSYCHOTHRILLER

Seit dem Einzug des neuen Nachbarn in der Wohnung gegenüber, ist nichts mehr wie zuvor!
Wieso hat der sich nicht bei mir vorgestellt? Wie mag der wohl aussehen? Wo mag der wohl herkommen? Was ist das für einer? Und vor allem: Was will der hier? Was will der von mir??

Noch nicht einmal ein Namensschild hat der an seiner Klingel angebracht, auch keine Waschmaschine im Keller. Dafür aber den ganzen Tag die Vorhänge zu. Das ist schon verdächtig!

Seit einer Woche versuche ich nun, dem endlich einmal im Flur zu begegnen. Zwecklos! Der kommt nie raus! Aber ich muss wenigstens einmal sein Gesicht sehen, damit ich weiß, was das für einer ist! Der könnte ja auch eine ansteckende Krankheit haben. Oder ein Verbrecher sein. Vielleicht ja gar… ein untergetauchter Mörder von der Mafia?

Also habe ich morgens den Flur geputzt, wenn normale Leute zur Arbeit gehen und abends die Fenster abgeledert, wenn normale Leute von der Arbeit nach Hause kommen. Nichts! Und egal, wie oft ich auch mein Ohr an seine Tür gelegt habe: Aus seiner Wohnung ist nichts zu hören. Außer Nachts… Da sind sie dann… diese Geräusche. Leise. Kaum zu vernehmen – aber wenn ich mich nur stark genug darauf konzentriere, dann kann ich sie hören! Gleich gegenüber… Nacht für Nacht…

Vorgestern habe ich dann etwas recherchiert… im Internet. Es gibt Dutzende bekannter Mafiamörder auf freiem Fuß! Einer gefährlicher als der andere – und bewaffnet sind sie alle! Die meisten von ihnen sind in sogenannten sicheren Wohnungen und Häusern untergetaucht!

Ich mache jetzt schon seit Tagen die ganze Nacht lang kein Auge zu! Weil ich mich so konzentrieren muss… auf die Geräusche. Geschickt ist der ja, das muss man ihm lassen – derart leise, dass man praktisch nichts hört. Doch der braucht nicht zu denken, dass der damit so einfach durchkommt! Was auch immer der da macht! Nachts… während anständige Leute schlafen!

AlditüteVermutlich löst der in der Badewanne seine Mordopfer in Säure auf – so leise, wie der vorgeht! Oder der sägt sie von Hand in winzig kleine Stücke. Ganz langsam, ganz behutsam, jede Nacht nur einen.

Wann werde ich an der Reihe sein? Wann werde ich mich in seiner Badewanne wiederfinden, während ich mich bereits langsam und lautlos zersetze? Wann werde ich mich, in handliche Stückchen geschnitten, auf der Arbeitsplatte seiner Küche wiederfinden? Es ist doch nur eine Frage der Zeit, bis ich in ein paar Alditüten in dem großen Container gegenüber entsorgt werde! Wo ich dann – langsam zwischen Kaffeesatz, Katzenstreu und benutzten Präservativen verrottend – meine letzte erniedrigende Ruhestätte finde.

Nein! So weit durfte es nicht kommen! Ich musste handeln! Also aktivierte ich kurzentschlossen die Rufnummerunterdrückung meines Telefons und setzte die Polizei darüber in Kenntnis, dass sich unter meiner Adresse ein weltweit gesuchter Mafiamörder verbirgt, der – hier im Haus – Leichen auflöst!

Dann legte ich mich hinter dem Fenster auf die Lauer nach dem Sondereinsatzkommando…

Drei Stunden später fuhr ein Streifenwagen mit zwei Beamten vor. Sie schellten – ich konnte die Schelle nebenan deutlich hören. Mein Puls beschleunigte sich. Vor meinem geistigen Auge sah ich bereits die Handschellen zuschnappen, Polizisten, die den Verbrecher mit ruppigen Sprüchen auf den Lippen grob die Treppe hinab stießen, Fotografen vor dem Haus und Reporter in den Fluren, die Schlagzeilen am nächsten Morgen…
Doch es öffnete niemand und die Beamten fuhren wieder fort.

Am nächsten Tag kamen sie jedoch mit einem Schlüsseldienst zurück. Ich frohlockte und lugte durch den Spion in meiner Haustür: Die Beamten klopften, doch es öffnete niemand. Also verrichtete der Mechaniker sein Werk, die Tür wurde geöffnet, die Polizisten traten ein, die Tür wurde wieder geschlossen und es folgte… Ruhe. Unerträgliche Ruhe!
Ich hatte die Befürchtung, die Beamten könnten bereits mit einem lautlosen Kehlenschnitt außer Gefecht gesetzt worden sein und zum Ausbluten drüben in der Küche hängen, als sich endlich die Tür öffnete…

Jetzt würde ich seine widerwärtige Verbrechervisage endlich zu Gesicht bekommen und der Gerechtigkeit würde genüge getan werden!

Die Beamten traten hinaus – und sie traten genau auf meine Türe zu… Ihnen folgte zögerlich eine gebeugt laufende Frau – im Alter von etwa 85 Jahren.
… Es schellte!

Eine alte Frau! Nicht das kantige harte Gesicht eines verstohlenen Mörders, nein, das rundliche und gutmütige Antlitz einer betagten Dame.
Ich konnte es kaum glauben: Wer würde schon ahnen, dass diese Alte eine Auftragskillerin ist, deren Weg Berge von Leichen pflastern und die in ihrem Leben schon Hunderte von Kadavern aufgelöst haben musste? Wirklich eine perfide Tarnung, der sich die Cosa Nostra da bedient!

Schweiß trat mir auf die Stirn und meine Hand zitterte, als ich sie zur Türklinke bewegte.

Die Beamten nickten mir zu. Einer tätschelte den Arm der besorgt ausschauenden Alten und sagte: „Sehen Sie Frau Meier, der Herr ist ein ganz normaler Nachbar! Vor dem brauchen Sie nun wirklich keine Angst zu haben, der stellt Ihnen nicht nach!“

© 2010 Slamek Oswalek – Geräusche in der Nacht

Foto: Türspion © Patrick PIXELIO

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Geräusche in der Nacht, 4.6 out of 5 based on 13 ratings

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9 Kommentare zu Geräusche in der Nacht

  • dastof

    einfach nur schlecht

  • sean

    und was waren das nu für geräusche? der titel ist für mich das tragende element, aber die geräusche wurden am ende garnicht mehr erwähnt. was macht denn ne omma nachts für geräusche?

    nunja mich hat die geschichte nicht unterhalten. wie kommt man auf die idee mit nem mafia auftragsmörder der in ner Mietwohnung Leichen in der badewanne auflöst… und dann dieses naive übertriebene denken der hauptperson. ich weiß, es soll eine satire sein. aber es reicht einfach nicht. die hauptperson stellt sich mir da wie ein darsteller in nem horrorfilm den ich nicht leiden kann und hoffe er wird bald zum opfer… ich bin auch kein deutschlehrer bzw hab was in der richtung studiert, aber ich weiß was mir gefällt und was nicht.

    • Miriam

      der titel ist für mich das tragende element, aber die geräusche wurden am ende garnicht mehr erwähnt. was macht denn ne omma nachts für geräusche?

      Also der Schlaueste scheinst du ja nicht grad zu sein. Es gab ja eben gar keine Geräusche! Der Typ steigert sich da doch nur rein und malt sich dann alles mögliche aus, Genau darum gehts ja. Eigentlich passiert gar nix.

  • Susi

    Toller Text, wirklich gut geschrieben und sehr witziges Ende! :lol:

    • Figaro

      Begründung? Aber stimmt, am Ende wenigstens so was wie eine Pointe, obwohl kalr ist, dass die kommen muss, sonst wärs ja nur noch schlecht gewesen.

  • Gerd

    Dickes Lob auch von mir!
    Ich finde vor allem die Idee mit den Alditüten und natürlich das Ende lustig. Weiter so!

  • Der Josy

    Unrealistisch. Wer hat denn heutzutage vor Mafiamördern Angst, wo es doch viel schrecklichere Leute gibt. Allein die Zombiekopf-Schauspieler aus “Marienhof” oder “Gute Zeiten – Schlechte Zeiten” schlagen die Mafia um mehrere Lovecraft-Längen. Jdoch, auf das wahre, unmaskierte Grauen trifft man, wenn man recherchiert, wer die Texte schreibt für genannten Fernsehmüll.

    Ehepaar, auf der Couch. Sie haben eben erfahren, dass er zeugungsunfähig ist, es gibt nur eine 1%-Chance.
    Er: “Jetzt muss ich den Fußball wieder abbestellen.”
    Sie: “Fußball? Du hast einen Fußball bestellt für ein ungezeugtes Kind?”
    Er: “Mit Fußball kann man nie früh genug anfangen.”
    Sie: “Das alles hat auch ein Gutes.”
    Er: “Was denn?”
    Sie: “Es zeigt mir, dass wir zusammen gehören.”
    Er: “Ein Prozent, verdammt wenig!”
    Sie: “Ach komm schon! Der FC Bayern München hat doch auch mit einem 1:0 gegen (irgendeine andere Fußballmannschaft wird genannt in irgendeinem Championsleague-Jahr) den Titel gewonnen.”
    Er (lacht): “Was hat jetzt Fußball damit zu tun?”

    Musik erklingt (off), wenig später schlägt er ihr eine Adoption vor. Sie lächelt glücklich. Sie küssen sich.

  • Da hast du recht, das wirkt peinlich konstruiert. Ein/e realistisch schreibende/r Autor/in hätte das anders gemacht:

    Ehepaar, auf der Couch. Sie haben eben erfahren, dass er zeugungsunfähig ist, es gibt nur eine 1%-Chance.
    Er: “Jetzt muss ich den Fußball wieder abbestellen.”
    Sie: “Hast du sie noch alle?! Ich will ein Kind, und zwar sofort!”
    Er: “Dann mach dir doch selber eins.”
    Sie: “Wenn du mir keins machst, gibt es keine Basis mehr für uns!”
    Er: “Und wenn deine Muschi nicht immer trocken wie Sägemehl wäre, hätt’ mein Saft auch bessere Chancen!”
    Sie: “Was soll das heißen? Bin ich jetzt dran schuld, dass du mich nicht anturnst?!”
    Er: “Wie? Treibst du’s etwa noch mit anderen Männern?”
    Sie: “Und dabei verhüte ich blöde Kuh auch noch! Außerdem interessierst du dich doch sowieso nur noch für Fußball!”


    Nur den Schluss könnte man dann wieder lassen, finde ich:
    Musik erklingt (off), wenig später schlägt er ihr eine Adoption vor. Sie lächelt glücklich. Sie küssen sich.

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