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Pissen Impossible

Slamek Oswalek - Pissen ImpossibleIch verreise häufig. Mal beruflich, mal privat, und so machte ich mich auch vor kurzem wieder einmal auf den Weg ins Ausland – und zwar nach Bayern.

Mit dem Auto aus dem Ruhrgebiet kommend, schickt sich dann 50 km vor der Autobahnraststätte Nürnberg Feucht meine Blase das erste Mal an, geleert werden zu wollen. Also in Feucht nichts wie runter von der Bahn, Wagen geparkt und kurz zu den versifften Raststättenpissoirs – so zumindest der Plan. Mit bereits leicht verkniffenem Gesicht sprinte ich über den Parkplatz und im Innern des Gebäudes die Treppe in Richtung Lokus hinab.

Vor der Toilette ein Drehkreuz, 50 Cent kostet die Benutzung hier. Ich taste mich ab, kein Portemonnaie, keine 50 Cent, überhaupt keine Münzen. Scheiße! Ich überlege kurz, mich einfach über die Balustrade zu schwingen, doch die Videokamera in der hinteren oberen Ecke hält mich davon ab – will hier keine Repressalien riskieren, bin schließlich in Bayern!

Also Treppe wieder rauf, aus dem Laden raus, über den Parkplatz, zum Auto, Portemonnaie holen. Die Blase schmerzt! Dann wieder zurück, über den Parkplatz, ins Innere des Gebäudes, die Treppe runter, Portemonnaie öffnen – kann doch nicht wahr sein – keine Münzen drin! Nur 32 Cent, doch mit dem Drehkreuz kann man nicht verhandeln und 50-EURO-Scheine nimmt das Ding schon mal gar nicht.

Also wieder Treppe rauf, durch den Laden und zur Kasse zum Wechseln – wo 7 Personen in einer Schlange stehen und ihre Tankrechnungen bezahlen wollen, nach finanzamtskompatiblen Rechnungen verlangen und sich bei der behornbrillten Bedienung über das wechselhafte Wetter in Bayern beklagen. Als ich nach empfundenen 3 Stunden Wartezeit endlich an der Reihe bin, teilt mir die Bedienung mit, dass sie mir jetzt nicht so einfach wechseln könne, ich müsse schon etwas kaufen, sonst ginge die Kasse erst gar nicht auf. Zum Diskutieren fehlt mir inzwischen die Kraft. Also kaufe ich fluchend und mit schmerzverzerrtem Gesicht irgendwelche Kaugummis, stopfe mir das Wechselgeld in die Taschen und halte lediglich ein 50 Cent Stück in der Hand, während ich bereits wieder Richtung Untergeschoss unterwegs bin.

Pissen Impossible DrehkreuzIch stopfe die Münze in den Einwurfschlitz und bemerke in meiner aufsteigenden Panik nicht, dass diese durchfällt. Ich will jetzt durch das Drehkreuz, das mir beim Versuch, es zu durchschreiten, wie ein Amboss in den prall gefüllten Unterleib schlägt! Sehe Sterne, glaube zu platzen, schaue kurz zu Boden, ob ich da Spuren hinterlasse, scheine aber noch dicht zu sein. Die Münze fällt ein zweites, ein drittes Mal durch, und ich kann meine Verzweiflung nicht länger verbergen. Bin mir unsicher, ob es wirklich Tränen sind, die mir da in die Augen schießen, und versuche mein Glück beim zweiten Drehkreuz. Die Münze wird akzeptiert, es klickt und ich bin durch. Hetze aufs Herrenklo zu und fingere beim Laufen bereits mein Glied aus der Hose.

Eine Frau mit Kinderwagen kommt mir entgegen und sieht, wie ich mit verzerrtem Gesicht und meinem Geschlechtsteil in der Hand durch die Flure haste. Sie beschimpft mich und beginnt mit ihrer Handtasche auf mich einzuschlagen!

Stürze in die Herrentoilette, wo eine Putzfrau gerade den Raum mit den Pissoirs und Toiletten verschließt! Ich protestiere lautstark – doch sie erklärt mir ruhig, die wären gerade alle geputzt worden und ich könne da jetzt nicht rein: Sei feucht dort, Rutschgefahr, bayrisches Gesetz, erst in 15 Minuten wieder. Ich mache ihr hektisch zappelnd und mit der einen Hand meinen Penis verdeckend klar, dass mir keine 15 Minuten mehr bleiben und ich jetzt da rein muss! Sie schüttelt den Kopf und schlägt vor, mir einen Gutschein für später auszustellen.

Im Hintergrund schreit und gestikuliert die Frau mit dem Kinderwagen. Die Putzfrau solle mich festhalten und die Polizei verständigen, ich sei einer dieser perversen Kinderschänder. Die Putzfrau zückt daraufhin ein Handy aus ihrer Schürze – verdammt hier kann ich nicht bleiben.

Während ich mit hochrotem Kopf, den Handtaschenattacken der Frau mit dem Kinderwagen ausweichend, die Treppe hinaufstürze, weiß ich endlich, was zu tun ist: Denn es gibt die Raststätte ja in beiden Fahrtrichtungen, und auf der anderen Seite kennt man mich schließlich noch nicht! Muss nur irgendwie über die A9 kommen – 3 Spuren je Fahrtrichtung, das sollte in Anbetracht der Umstände wohl machbar sein.

Stürze aus dem Laden, über den Parkplatz und Richtung Autobahn. Versuche währenddessen meinen Penis wieder in die Hose zu bugsieren, aber der verklemmt sich in dem verfluchten Reißverschluss! Kann mich jetzt nicht darum kümmern. Zwänge mich durch das Dickicht, das den Rastplatz von der Autobahn trennt – verdammt viele Autos unterwegs! Fühle mich jetzt wie in dem Videospiel Frogger. Nur mit dem Unterschied, dass Frogger 3 Leben hatte – und keinen aus der Hose hängenden Penis!

Da! Eine Lücke! Ich hechte von Spur zu Spur, tänzle auf dem Mittelstreifen eine Harley-Davidson aus und werfe mich über die linke Überholspur und die Leitplanke ins Zwischengrün, gerade noch bevor mich ein Reisebus mit der Aufschrift „Bayern ist schön“ erwischen kann.

ExplosionHinter mir auf einmal ein Mordsradau. Etwas fliegt nahe meines Kopfes an mir vorbei. Sieht aus wie ne Harley-Davidson! Vor mir tut sich jetzt ne Lücke auf, weil plötzlich alle langsamer fahren und nach links gaffen. Meine Chance! Nur noch wenige Meter bis zur anderen Seite – ich überquere die letzten Spuren und glaube, jetzt hinter mir Explosionen zu hören.

Renne über den Parkplatz, rein in den Laden und die gottverdammte Treppe runter. Am Drehkreuz stelle ich fest, dass ich kein 50-Cent-Stück mehr habe… Das steckt auf der anderen Seite in dem Ding. Ich schaffe es, mich noch halb über das Drehkreuz zu schwingen, als ich von drei Uniformierten hinterrücks überwältigt werde. Während sie mich zu Boden reißen und mir die Knie in den Rücken und die Nieren drücken, um mir Handschellen anzulegen, entleert sich endlich meine Blase und ich lasse mich mit einem entspannten Gesichtsausdruck abführen. Dabei sehe ich auf der A9 ein Flammenmeer, wo wenige Minuten zuvor noch 6-spurig der Verkehr floss.

Wegen der unbefugten Überquerung einer Bundesautobahn, Entblößung und Verrichtung von Notdurft in der Öffentlichkeit, Sachbeschädigung, sexueller Belästigung sowie 236-facher schwerer Körperverletzung werde ich zu 28 mal lebenslänglich mit anschließender Sicherheitsverwahrung und ohne jede Möglichkeit vorzeitiger Haftentlassung rechtskräftig verurteilt.

Hätte aber schlimmer kommen können, in meiner Zelle habe ich nämlich ein Klo – und das in Bayern!

© 2010 Slamek Oswalek – Pissen Impossible

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