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Benimmschule Wirtschaftsetikette

Wie begrüße ich richtig?

Im Tierreich geht es ausschließlich um zwei Belange: Überleben und Fortpflanzung. Geregelt sind diese Belange durch das wundervolle Prinzip der Dominanz: Wer darf wen fressen? Wer darf mehr fressen als die anderen? Wer darf wie viele Weibchen begatten?

Auch im Reich der fortgeschrittenen Hominiden geht es selbstverständlich um Dominanz. Weil es nur noch in Ausnahmefällen geraten scheint, eigenes Territorium durch Pinkeln in die Büroecken zu markieren, muss die Revierfrage auf andere Weise geklärt sein. Die Frage in Unternehmen ist: Wer muss wen zuerst begrüßen?

Doch ist diese Frage wirklich so einfach zu beantworten? Der Homo sapiens hat es sich nicht leicht gemacht. Neben anderen wichtigen Fragen unserer Existenz – Wer hat die Erde erschaffen? Wozu gab es die Dinosaurier? Wer zum Teufel wählt die F.D.P.? – geht satire-clips.de auch der Frage nach korrektem Begrüßungsverhalten nach und befragte die Expertin für wichtige Wirtschaftsfragen, Frau Professorin Schnüllenreuth-Mockelberg, Bestsellerautorin des Populärtitels Ich werde gesehen, also bin ich, zu diesem Thema.

SATIRE-CLIPS: Prokurist C. und Mitarbeiterin N. der Firma A besuchen zum ersten Mal Frau S. in der Firma B. Beim Betreten des Büros von Frau S. begrüßen Prokurist C. und Mitarbeiterin N. Frau S. mit einem freundlichen „Guten Tag“. Frau S. streckt Prokurist C. die Hand hin, um zunächst ihn und anschließend seine Mitarbeiterin N. zu begrüßen. Prokurist C. verweigert den Handschlag mit der Bemerkung „Ladys first“. Hat er da recht, Frau Schnüllenreuth-Mockelberg?

SCHNÜLLENREUTH-MOCKELBERG: Das ist nicht so einfach. Da spielen eine Menge Dinge zusammen, die alle für ein befriedigendes geschäftliches Ergebnis unabdinglich sind. Erst mal hat sich Frau S. korrekt verhalten, indem sie dem ranghöheren Prokuristen – wissenschaftlich gesprochen: dem Leitbullen – die Hand reichte, gleichwie das Geschlecht ist. Sie hatte bei diesem Besuch den Gastgeberstatus inne, und damit unzweifelhaft das Entscheidungsrecht zum Handreichen (und zwar unabhängig davon, ob ihr Status unterhalb oder oberhalb seines Status liegt).

SATIRE-CLIPS: Also nichts mehr mit ‚Ladys first’?

SCHNÜLLENREUTH-MOCKELBERG: Bei einem Geschäftsbesuch, bei dem die Rangordnung vorher bekannt ist, also wer Leitbulle ist, bricht der Rang die Regel ‚Ladys first’, die vor allem im privaten Bereich verwendet wird, wo nicht von vornherein ersichtlich ist, wer welchen Beruf oder welche Position ausübt.

SATIRE-CLIPS: Also, wer das größere Rindvieh ist? Ein schlimmer Fehler wäre es also gewesen, wenn der Prokurist im umgekehrten Fall dem oder einem seiner Gegenüber die Hand gereicht hätte?

SCHNÜLLENREUTH-MOCKELBERG: Das wäre eine Beleidigung durch Nichtbeachtung des Handreichungsentscheidungsrechts des Heimbullen – oder der Heimkuh; würde er dann noch trotz Kenntnis der gastgeberischen Rangordnung der falschen Person die Hand reichen – also dem untergeordneten Exemplar – hätte er gleich zwei Fehler begangen, außer er reicht einer Frau die Hand und sie ist gleichzeitig mindestens im vierten Monat schwanger, was die Fakten ändert, – zumindest wenn die Ausgangssituation umgekehrt wäre, also wenn der Prokurist als Leitbulle das Handreichungsentscheidungsrecht innegehabt – und die Frau in ihrem schwangeren Zustand geehrt hätte durch die Bevorzugung. Aber das gilt nur, wenn die Schwangerschaft auch gleichzeitig sichtbar, die Schwangere nicht männlichen Geschlechts ist und der gleichzeitig auf der Firmenseite der Frau Teilnehmende höchstens zwei Stufen über ihr steht und weder er noch seine Söhne und/oder Töchter einen Bausparvertrag bei der Deutschen Bank haben – wodurch die Schwangeren-Regel gebrochen würde, außer der Handreichungsberechtigte steht gleichzeitig mehr als eine Stufe über dem obersten Gegenüber bei der anderen Firma (also mindestens drei Stufen über der schwangeren Frau) oder ist Chef der Deutschen Bank und kann es machen, wie er will.

SATIRE-CLIPS: Wir bedanken uns für das Gespräch.

© 2013 Madzimoyo Motseki – Wie begrüße ich richtig?

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4 Kommentare zu Wie begrüße ich richtig?

  • Andy

    Tach! Und tschüss!

  • Josef

    Hehehe, ein Paradebeispiel (der letzte Absatz) dafür, wie deutsche Gesetzestexte aufgebaut sind, nur die Querverweise ohne Ende auf andere Gesetzestexte mit weiteren Querverweisen auf weitere Texte usw beinhaltend Inklusionen und Exklusionen und die Bedingungen für die Inklusionen und Exklusionen, und alles nur um zu verbergen, dass wir nichts weiter als eine Horde Affen sind :) )

  • einfach nur “Tach” in den Raum werfen. Wer dann noch einen Handschlag will, wird verstört angeschaut XD

  • Dr. Who

    Die eigentlich Satire steht ja hier, im letzten Satz:

    “oder ist Chef der Deutschen Bank und kann es machen, wie er will.”

    Komplizierte Gesetzeswerke, freilich gelten sie nicht für die Mächtigen.

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